Freiheit entziehen, Glocke bilden, Festnahmeklumpen

Mutmaßlicher Steinewerfer wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung angeklagt

Peter Kirschey aus Berliner Gerichtssälen

Die Polizeisprache ist schon eine äußerst eigenwillige: Die Freiheit des Menschen ist unantastbar, steht irgendwo geschrieben. Doch die bewaffnete Staatsmacht darf sie antasten. Sie verhaftet nicht, sie entzieht amtssprachlich einem Menschen die Freiheit. Am Festgenommenen bildet sich ein polizeilicher »Festnahmeklumpen«, um den Erwischten wird kein Ring gezogen, sondern ihm eine »Glocke« drübergestülpt. Vor Gericht reden alle Polizisten so. Auch in diesem Fall, wo nur Polizeizeugen reden.

Graham Edward B., der Angeklagte, wird wohl kaum eine Chance haben, einer Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu entgehen. Er macht von seinem Recht Gebrauch zu schweigen, somit reden nur die, die ihn vor Gericht gebracht haben. Das Antlitz des arbeits- und berufslosen 36-jährigen Briten – ein Mix zwischen Räuber Hotzenplotz und Bob Marley – macht ihn einprägsam und unverwechselbar. Dicker Rauschebart und meterlange Rasta-...


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