Streik auch in der Hauptsaison

In Griechenlands Tourismusbranche arbeiten 60 Prozent der Beschäftigten ohne Versicherung

  • Von Anke Stefan, Athen
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die griechische Tourismus- und Gastrogewerkschaft kritisiert miese Arbeitsbedingungen in der Branche und forderte staatliche Kontrollen.

Über die Arbeitsbedingungen wissen sie vermutlich nichts – Touristen an der Akropolis.

Insgesamt 18 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden in Griechenlands Tourismus erwirtschaftet. Doch die Arbeitsverhältnisse in der Branche sind äußerst prekär. Nach Aussage des Vorsitzenden der POEEYTE, griechischen Gewerkschaftsvereinigung der in Tourismus und Gastronomie Arbeitenden, haben diese Branchen »die meisten illegalen, schwarzen und brutalsten Formen flexibler Arbeitsverhältnisse in der EU«.

Etwa 60 Prozent der Arbeit würde unversichert geleistet, erklärte Panagiotis Proutzos kürzlich auf einer Pressekonferenz der Gewerkschaft in Athen. So waren nach Zahlen der staatlichen Sozialversicherungsanstalt IKA im Jahre 2010 von den etwa 550 000 in beiden Branchen Arbeitenden nur knapp 230 000 für die Monate der griechischen Tourismussaison, also von Juni bis September, sozialversichert. In den letzten Jahren habe sich die Situation im Vergleich zu früher noch verschlechtert. »Unter dem Vorwand der Krise und mit Hilfe der neoliber...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.