Rüstung verschwendet Reichtum

Lassen sich Militärbudgets leichter reduzieren, wenn man sie zuvor vergleichbar macht?

  • Von Wolfgang Kötter
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Am East River in Manhattan beraten ab heute UNO-Experten über eine Aufgabe, die zunächst sehr einleuchtend erscheint, deren praktische Umsetzung sich aber als äußerst schwierig erweist. Es geht darum, wie die Militärausgaben der Staaten vergleichbar gemacht werden können, um sie anschließend zu reduzieren.

Laut UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sind die Rüstungsausgaben der UN-Mitgliedstaaten in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent auf 1,5 Billionen US-Dollar gewachsen: »Mit diesem Geld hätten akuteste Entwicklungsprobleme wie Armutsbekämpfung, Vervollkommnung des Gesundheitswesens oder Kampf gegen die Klimaerwärmung gelöst werden können«, beklagt der Chefdiplomat der Weltorganisation. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI errechnet für 2010 sogar die Rekordsumme von 1,63 Billionen Dollar.

Dass man – ökonomisch gesehen – statt Rüstungen zu bezahlen den gesellschaftlichen Reichtum auch gleich ins Wasser werfen könnte, ist schon lange bekannt. Trotzdem steht die Reduzierung der Militärbudgets seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung internationaler Abrüstungsforen, ohne dass auch nur ein Dollar, Rubel, Renminbi oder Euro jemals einvernehmlich aus den Militäretats der Staaten gestrichen worden wäre.

Während des Ost-West-Konf...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.