Jagd auf Spenden-Jäger

Breite Kritikfront gegen NRW-Innenminister wegen zweier Skandale

NRW-Innenminister Ralf Jäger, zugleich Chef der Duisburger SPD, steht unter heftigem Beschuss: Er soll von Ratskandidaten Spenden verlangt und zudem einen befreundeten Anwalt begünstigt haben. Heute muss er im Innenausschuss des Landtages Rede und Antwort stehen.

»Bei den Parteispenden in der Duisburger SPD ist ein Sumpf entstanden«, schimpft der FDP-Landtagsabgeordnete Holger Ellerbrock. »Ich fordere Innenminister Jäger, der zugleich Unterbezirksvorsitzender der SPD in Duisburg ist, auf, die gegen ihn und seine Partei erhobenen Vorwürfe umgehend und lückenlos aufzuklären«, assistiert Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der NRW-Linksfraktion.

»Duisburger Parteien-Sumpf: Es kracht an allen Ecken«, titelt derweil die konservative »Rheinische Post«. Und meint damit, so wie die beiden Politiker, den Spendenskandal Nummer eins der Duisburger SPD: Sie steht im Verdacht, vor der Kommunalwahl 2009 nur solche Genossen als Ratskandidaten akzeptiert zu haben, die sich vorab schriftlich bereit erklärten, bis zu 800 Euro zu spenden. Duisburgs SPD-Geschäftsführer Jörg Lorenz bestätigt die Verpflichtung; »mit der Schriftform« habe man möglicherweise Grenzen überschritten, lautet die laue Selbstkritik.

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