Letzte Hoffnung für Mutter Ganga

Großprojekt soll Indiens größten Strom vor Verschmutzung retten

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Ganges mit seinen Zuflüssen ist Lebensader für eine halbe Milliarde Menschen. Zugleich zählt Indiens größter Strom zu den zehn am stärksten verschmutzten weltweit. Ein milliardenschweres Maßnahmepaket soll ihn nun retten.

Über 2500 Kilometer schlängelt sich Ganga Maa, »Mutter Ganga«, quer durch die nordindische Ebene. 40 Prozent der Bevölkerung des Subkontinents leben in seinem Einzugsgebiet, und eine besondere Bedeutung hat er für alle gläubigen Hindus in ganz Indien. Aus den entferntesten Ecken des Landes kommen Pilger, das als heilig erachtete Gangeswasser wird in kleinen Flaschen für Verwandte bis nach Mumbai (Bombay) oder Bangalore mitgenommen.

Fäkalien, industrielle Abwässer, Pestizidrückstände aus der Landwirtschaft, tote Körper von Mensch und Tier – all das blenden jene aus, die allmorgendlich im Fluss baden. Schon vor einem Vierteljahrhundert hatte das Problem dramatische Ausmaße erreicht, weshalb der damalige Premier Rajiv Gandhi 1985 den Ganges-Aktionsplan (GAP) auflegte. Wenn schon die Rückkehr zu Trinkwasserqualität bereits damals unrealistisch erschien, sollte der Fluss wenigstens die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum...


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