Viktor Orbáns »dunkles Gesicht«

Ungarns Parlamentschef sorgt für neue Spannungen im Verhältnis zur Slowakei

  • Von Gábor Kerényi, Budapest
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Bürger der EU-Nachbarstaaten Ungarn und Slowakei leben im besten Frieden mit- und nebeneinander, ihre Politiker aber sorgen regelmäßig für Spannungen. Zuletzt trat Ungarns Parlamentspräsident Laszló Kövér wieder einmal als »dunkleres, jedoch aufrichtigeres Gesicht« seines Regierungschefs Viktor Orbán auf den Plan. So formulierte es jedenfalls die slowakische liberale Zeitung »Sme«.

László Kövér ist Inhaber des zweithöchsten Ranges im ungarischen Staate und einer der engsten Vertrauten von Ministerpräsident Viktor Orbán, nebenbei auch Taufpate eines von Orbáns Kindern. In einem Interview mit der größten tschechischen Wirtschaftszeitung »Hospodárské Noviny« vor gut einer Woche sorgte Kövér mit seinen üblicherweise wenig gewählten Äußerungen wieder einmal für Spannungen zwischen den Nachbarstaaten. Zu seinen harmloseren Formulierungen gehörte die Erklärung, das ungarische Volk könne auf keinen seiner Bestandteile verzichten. Die Ungarn in der Slowakei seien »geistig, kulturell und historisch zu Ungarn gehörig«, und im selben Atemzug sagte er: Im heutigen geeinten Europa sollte es möglich sein, die Einheit der Nationen »ohne Rücksicht auf Grenzen« wiederherzustellen.

Ungarischen Normalbürgern mögen solche Ä...


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