Teuer und höchst gefährlich

Einige Arzneien treiben Ausgaben der Kassen in die Höhe und haben bedenkliche Risiken

  • Von Silvia Ottow
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Arznei statt Pflege

Suchtverstärkende Schlafmittel für Alkoholabhängige, Antibabypillen mit erhöhter Thrombosegefahr oder starke Beruhigungsmittel für Demenzkranke, die deren Sterblichkeitsrisiko vergrößern – die drei Trends fand der Arzneimittelreport 2011 der BARMER GEK heraus. Tausende Versicherte sind folglich bei der Wahl ihrer Medikamente schlecht beraten.

Sogar der Pharmakologe Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen, der sich seit Jahrzehnten mit Arzneimitteln beschäftigt, zeigt sich angesichts der neuen Untersuchungsergebnisse »bestürzt«, die sein Team im Auftrag der großen gesetzlichen Krankenkasse BARMER GEK gestern in Berlin vorstellte. Knapp 14 Prozent der alkoholabhängigen Menschen in Deutschland bekommen demnach starke Schlafmittel mit hohem zusätzlichen Suchtpotenzial verschrieben. Jedem dritten Demenzkranken verordnet der Arzt regelmäßig starke Beruhigungsmittel, obgleich seit Langem bekannt ist, dass diese ein erhöhtes Sterbli...


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