Lokführer will Schmerzensgeld

Klage gegen Familie eines Selbstmörders

  • Max-Morten Borgmann, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Ein junger Mann stürzt sich vor einem Zug in den Tod – und der Lokführer fordert Schmerzensgeld von den Eltern. Was makaber klingt, ist juristisch gar nicht so abwegig.

Nürnberg/Frankfurt. Es ist eine traurige Geschichte, die vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth erzählt wird: Ein junger Mann, 20 Jahre alt, wird in einer Januarnacht vor zwei Jahren in Nordbayern von einem Zug überrollt und stirbt. Wohl, weil er nicht mehr leben will.

Die Nächte des Lokführers, der im Führerhaus durch diese Nacht fährt, werden fortan eine Qual. Er bekommt Albträume, als er erfährt, dass sein Zug einen Menschen getötet hat. Und die Eltern, die lange um ihren toten Sohn trauern, sollen jetzt für die Leiden des Lokführers zahlen.

Eine Frage des Erbes

Die Frau des Bahn-Mitarbeiters will vor Gericht Schadensersatz und Schmerzensgeld erstreiten. Der Mann hat seine Forderungen an seine Partnerin abgetreten, um im Prozess als Zeuge aussagen zu können. Die geforderten 15 000 Euro dürfte das Paar zwar nicht bekommen – das sei zu viel, sagte die Richterin am Dienstag. Aber es sieht so aus, dass die Eheleute zumindest 3000 bis...


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