Rügen Feinkost bald aus dem Westen

In Rostock schließt eine Fabrik, die erst kurz zuvor von einer Düsseldorfer Unternehmensgruppe aufgekauft wurde

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Ein westdeutscher Investor trifft auf eine schlecht bezahlte und verunsicherte Belegschaft, die nicht einmal über einen Betriebsrat verfügt. Die Schließung der Fischfabrik »Rügen Feinkost« in Rostock taugt als Lehrstück in Sachen moderner Kapitalismus.

»Feinkost Homann schließt gerade erst erworbenes Rostocker Werk.« Vor wenigen Tagen ging diese Meldung durch die lokale Presse Mecklenburg-Vorpommerns. Die 90 Beschäftigten der Rostocker Fischfabrik »Rügen Feinkost« verlieren ihren Job. Eine Werksschließung im Osten. Nichts Ungewöhnliches, möchte man meinen. Doch die Art und Weise, wie ein westdeutscher Unternehmer sich hier der ostdeutschen Konkurrenz entledigt, steht exemplarisch für unzählige andere Fälle in den neuen Bundesländern.

Ortstermin in einem trostlosen Rostocker Gewerbegebiet, dass sich offiziell »ehemalige Neptunwerft« nennt. Hier, wo vor der Wende über 7000 Schiffbauer arbeiteten, herrscht heute weitgehend Stille. Die frühere Schiffbauhalle ist heute ein Einkaufzentrum, auf den Brachflächen nebenan entstehen derzeit exklusive Wohnungen für Besserverdienende. Hier und da künden baufällige Werkhallen von einer anderen Epoche. Die heutige Ökonomie stützt sich auf Superm...


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