Mit Weihrauch und Klobürste

Der Papstbesuch spaltet die Gemüter – während seine Anhänger die Messe feiern, gibt es auf den Straßen Protest

  • Von Jenny Becker und Sonja Vogel
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Noch bis Sonntag weilt der Papst in Deutschland. Der Auftakt seiner Reise in Berlin zog zehntausende Gegner und Befürworter an. Die einen kamen zur Heiligen Messe zusammen, die anderen tanzten mit Kondomen und einem blanken Hintern durch die Straßen.

»Was?! Er ist schon da?« Überrascht schaut der Moderator, der die Menge im Berliner Olympiastadion vor der Messe bei Laune halten sollte, zum Altar. Unversehens war dort der Papst aufgetaucht, ohne Vorankündigung – fast bescheiden. Wären in der Ostkurve nicht die begeisterten Bayern in Jubel ausgebrochen, man hätte ihn fast nicht bemerkt.

Vor dem viertägigen Deutschlandbesuch von Benedikt XVI. wurden die Haltung der katholischen Kirche und der Auftritt ihres obersten Hirten im Bundestag heftig diskutiert, das Geschrei war groß. Am Ende des ersten Besuchstags sind aber vor allem Jubelrufe zu hören. Benedikt XVI. dreht eine Ehrenrunde in seinem cremeweißen Papamobil, in das ihm immer wieder Babys gereicht werden, die er segnend auf die Stirn küsst. Zwischendurch lächelt er so milde, wie es nur ein Papst kann.

Er ist da. 9000 Gläubige aber fehlen. So viele Plätze blieben frei, obwohl das Stadion mit 70 000 Karten als ausverkauft gilt....




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