Kulturgut in Gefahr?

Einführung einer Grundschrift an Schulen sorgt für Streit unter den Gelehrten

  • Von Robert Meyer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seit Anfang dieses Schuljahres steht es Hamburger Grundschulen frei, ob sie weiterhin die klassische Schreibschrift unterrichten oder künftig nur noch die so genannte Grundschrift lehren wollen. Kritiker sehen darin nicht nur die schleichende Abschaffung eines wertvollen Kulturgutes.

Sprachschützer wie vom »Verein für deutsche Sprache« können für einen Moment erst einmal tief durchatmen. Keine der insgesamt 212 Hamburger Grundschulen macht im vor wenigen Wochen angelaufenen Schuljahr von ihrem neuen Recht Gebrauch, anstelle der bisher unterrichteten Schreibschrift auf eine vom Grundschulverband entwickelte Grundschrift umzustellen. Beendet ist die seit Jahren andauernde Debatte damit aber noch lange nicht. Stattdessen spitzt sich der Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern sogar noch weiter zu. Höhepunkt in der Auseinandersetzung ist eine dramatisch formulierte Erklärung mehrerer Sprach-Organisationen, welche mit der Kampagne »Rettet die Schreibschrift!« den Fortbestand eben dieser Schreibweise sichern wollen. »Wer die Schreibschrift abschafft, gibt nicht nur ein wertvolles Kulturgut auf, sondern behindert auch die geistige Entwicklung der Kinder.«, heißt es in der Pressemitteilung anlässlich des Tages der deutsche...

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