La Ola um den Bundestag

20 000 demonstrierten in Frankfurt und Berlin gegen die Macht der Banken und eine willfährige Politik

  • Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die »Occupy«-Proteste waren in Deutschland abgeflaut. Die von Attac und anderen Gruppen am Samstag organisierten Demonstrationen können der Bewegung wieder Leben einhauchen. Sie zeigten aber auch, dass in Deutschland derzeit nicht über die Grenzen des klassischen linken Milieus hinaus mobilisiert werden kann - eine Analyse.

Schwarz-Gelb dreht die Daumenschrauben, Rot muss bluten: Fantasievolle Plakate prägten die Berliner Demonstration am Samstag.
Schwarz-Gelb dreht die Daumenschrauben, Rot muss bluten: Fantasievolle Plakate prägten die Berliner Demonstration am Samstag.

Es ist kurz vor 14 Uhr am Samstag, als die Welle die Spree in Berlin-Mitte hinabschwappt. Es sind aber nicht die Wassermassen, die den sich so träge wie üblich am Reichstag vorbei durchs Stadtzentrum schlängelnden Fluss plötzlich in Wallung versetzten. Tausende Menschen haben sich rund um das Reichstagsgebäude versammelt, um gegen die Übermacht der Banken und eine Politik zu protestieren, die ihrer Meinung nach nicht gegensteuert, sondern nur noch hinterherläuft. Und nun wollen sie mittels der aus Fußballstadien bekannten Armhebestafette ausprobieren, ob der Ring um das Plenargebäude und die Abgeordnetenbüros schon geschlossen ist. Und zumindest am Fluss, an der Rückseite der Regierungszentrale, läuft die Welle über viele Hundert Meter.

Mindestens 8000 Demonstranten sind am Samstagnachmittag nach Veranstalterangaben zu den Berliner Protesten erschienen, deren Ziel eine »Umzingelung« der politischen Schaltzentrale ist. Zeitgleich g...


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