Alte Krankheit mit neuen Problemen

In Heidelberg hat das erste Museum für Tuberkulose eröffnet

  • Eckart Roloff
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Viele Jahre kursierte eine gute Nachricht: Die Tuberkulose sei fast ausgestorben, überwunden wie Polio, Pest und Pocken. Vorbei die Zeit der Lungenheilstätten und Liegekuren. Dann kam die schlechte Nachricht: Die Tuberkulose gehört in weiten Teilen der Erde, so in Osteuropa, China, Indien, Brasilien und Südafrika tatsächlich zu den häufigsten Erkrankungen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich etwa 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose. Sie rangiert unter den häufigsten Infektionskrankheiten, die Dunkelziffer ist hoch. Während in Deutschland derzeit nur 5,4 Fälle pro 100 000 Einwohner gemeldet sind, geht es in Afrika um mindestens 450 auf 100 000, das ist das 83-Fache. Seit 45 Jahren gibt es keine neuen wirksamen Medikamente, auch keine Impfung.

Solche Daten kamen zur Sprache, als kürzlich an der Heidelberger Thorax-Klinik ein Museum für Tuberkulose eröffnete, das einzige seiner Art weit und breit. Zu finden ist es im Rohrbacher Schlösschen, in dem von etwa 1920 an Tausende von Tbc-Patienten behandelt wurden, darunter oft Kriegsheimkehrer. Ernst Fraenkel war Chefarzt, bis er 1933 wegen seiner jüdischen Abstammung suspendiert wurde. Damals gab es freilich kaum erfolgreiche Therapien; erst Antibiotika brachten ab 1950 deutliche Besserung.

»Ziel des Museums ist es, d...


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