Airport City in der Warteschleife

Immobilienmakler erwarten Wettbewerb zwischen Bürostandorten

  • Bernd Kammer
  • Lesedauer: 2 Min.

Der neue Flughafen in Schönefeld wird im Juni eröffnet, doch die wirtschaftliche Ausstrahlung auf die Region hält sich noch in Grenzen. Erst ein Bürogebäude entsteht derzeit in der Airport City, und nur wenige Unternehmen zieht es bisher dorthin, konstatiert das Maklerunternehmen Jones Lang LaSalle JLL). »Aber sicher gewinnt das an Dynamik, wenn der Flughafen eröffnet ist«, so JLL-Experte Jan Hübler.

Der Flughafen mit seinen potenziellen Büroflächen stehe im Wettbewerb mit Standorten wie Mediaspree, Hauptbahnhof, aber auch Südkreuz und dem Energieforum in Schöneberg. An den Flughafen würden vor allem Fluggesellschaften, Dienstleister und Firmen ziehen, die schnell beim Kunden sein müssen, erwartet Hübler. Große Nutzer würden oft auf Urbanität achten, wie sie eher Innenstadtlagen gegeben ist.

Zum Beispiel am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Für dessen Entwicklung veranschlagen die Makler etwa fünf bis zehn Jahre. Für die Nachnutzung des Flughafens Tegel sehen sie trotz des Interesses der Beuth- Hochschule noch keine große Nachfrage und empfehlen dem Senat, sich auf einen Standort zu konzentrieren. »Wenn die Flächen gleichzeitig auf den Markt kommen, muss sich der Senat überlegen, ober er für Beides die Kraft hat.«

Keine große Chancen als Bürostandort und damit auch der Hochhausplanung geben die Immobilienexperten dem Alex, obwohl dort für dieses Jahr neben der Saturn-Filiale der Start für das erste Hochhaus erwartet wird. »Aber als Wohnturm, und das hat seinen Grund«, so Investmentexperte Philipe Fischer. Der Alex sei traditionell Einzelhandelsstandort und deshalb zögen große Unternehmen eher woanders hin.

Insgesamt sind die Makler mit ihrem Berliner Geschäft zufrieden. Insgesamt 540 000 Quadratmeter Bürofläche seien im vergangenen Jahr neu vermietet worden, sechs Prozent mehr als im Vorjahr und damit das zweitbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre. »Die wirtschaftlichen Erwartungen sind positiv, deshalb wird expandiert«, so Hübler. Als größte Transaktionen gelten die Ansiedlung der Mercedes-Benz-Vertriebszentrale nahe des Ostbahnhofs oder auch der geplante Umzug von Coca Cola von der Friedrichstraße an den Osthafen. Die Leerstandsquote ist leicht auf 8,5 Prozent zurückgegangen, ebenfalls die Mieten auf durchschnittlich 12,42 Euro.

Auch für 2012 sei viel in der »Pipeline«, darunter etliche Projekte von über 100-Millionen-Euro. Ob darunter auch der Verkauf des einstigen Daimler-Areals am Potsdamer Platz durch die schwedische SEB-Bank sein wird, der 2011 an der Verkaufssumme von 1,4 Milliarden Euro scheiterte, ist offen.

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