Messias der »Klimaskeptiker«

RWE-Manager Fritz Vahrenholt will uns erlösen – von den »Übeln« Klimapolitik und Energiewende

  • Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 10.5 Min.

Seit Längerem treibt sich Fritz Vahrenholt in der völlig irrationalen Szene der »Klimaskeptiker« herum. Nun hat der RWE-Mann das Buch »Die Kalte Sonne« vorgelegt. Die von ihm geforderte neue Klimadebatte würde dem RWE-Konzern nutzen – der den Klimawandel enorm forciert und ihn durchaus fortgesetzt bestreiten lässt. Inhaltlich zu bieten hat Vahrenholt nur zweierlei: Verschwörungsparanoia und leicht zu widerlegende Argumente. Doch nicht nur RWE-Boss Jürgen Großmann ist begeistert. Warum?

Wer steckt hinter der Verschwörung: die Kommunisten oder der Weltklimarat?
Amazon-Kunden, die das in dieser Woche erschienene Buch »Die Kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet« erwarben, kauften es besonders oft zusammen mit einem anderen Druckerzeugnis: »Rote Lügen in grünem Gewand: Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung«. Erschienen ist dieses Meisterwerk in einem rechten Verschwörungstheorie-Verlag. Ein bei Konsumenten der »Kalten Sonne« ebenfalls beliebter Titel heißt »Die Angst der Woche: Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten«.

Die von der Amazon-Datenbank offenbarte Seelenverwandtschaft der drei Bücher dürfte kein Zufall sein. Offensichtlich existiert ein starkes Bedürfnis nach psychischer Entlastung: »Dieses ganze Öko-Gedöns – bleibt mir weg damit, ich habe genug andere Sorgen!« Doch der Klimawandel, die sonstigen Umweltkrisen, die knapper werden Rohstofflager und Schadstoffsenken – sie erfordern, ja erzwingen massive Veränderungen. Eigentlich. Eigentlich kann man da...


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