Wo die Messer flutschen

Filmfestspiele Berlin: »Blut muss fließen!« - Thomas Kubans heimliche Nazi-Konzert-Mitschnitte

  • Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Und wenn die Leute fragen/ Ja lebt der Hecker noch?/ Dann sollt ihr ihnen sagen /Ja, er lebe hoch!/Er hängt an keinem Baume/Er hängt an keinem Strick/Er hängt nur an dem Traume/Der deutschen Republik./ Fürstenblut muss fließen/Knüppelhageldick (…)«

Tausende süddeutsche Flüchtlinge sollen in New York am Kai gestanden und diese Verse gesungen haben, als Friedrich Hecker, der antimonarchistische badische Guerillero von 1848/49, nach seinem gescheiterten Marsch auf Karlsruhe, das Exil betrat. Und obwohl im Lied die Guillotine mit »Tyrannenfett« geschmiert wird und es auch sonst recht wüst zugeht - diese radikaldemokratische Hymne der Badner (sie wollten sich zum Sturm auf die Hauptstadt mit Freiwilligen aus Frankreich verbünden) hat es nicht verdient, später von Freikorps- und SA-Leuten zu einer Tirade umgedichtet zu werden. In der die »langen Messer« am Bordstein geschliffen werden, bis sie »flutschen« - in den »Judenleib« hinein.

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