Sprechstunde bei Doktor Lilli Lilliput

In vielen Seniorenheimen sind regelmäßig Clowns unterwegs - ein Beispiel aus dem Westerwald

  • Christian Schultz, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Lachen, das ist die Medizin, mit der Gerlinde Arendt-Köberer arbeitet. Die 64-jährige Ex-Lehrerin ist ehrenamtliche »Clowndoktorin« in einem Seniorenheim im Westerwald.

Bad Marienberg. Wenn für Gerlinde Arendt-Köberer der Arbeitstag beginnt, schlüpft sie in eine knallbunte Latzhose und setzt sich eine Melone mit lila Blume und eine rote Nase auf. An den Füßen trägt sie ausgelatschte Schuhe der Größe 45, in der einen Hand hält sie einen alten Lederkoffer, in der anderen einen Fotoapparat, aus dem Seifenblasen blubbern. Dann macht sich die »Clowndoktorin« auf den Weg in eine der Wohngruppen im Seniorenzentrum Sonnenhof des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Marienberg im Westerwald.

Hier und dort eine Umarmung, dann geht's los. »Haben Sie heute schon gelacht oder muss ich Sie kitzeln«, fragt Arendt-Köberer alias Doktor Lilli Lilliput, wie sie sich hier nennt, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. »Gehen Sie auf Reisen«, entgegnet die 86-jährige Annerose Wurster, als sie den Koffer der Clowndoktorin erspäht.

Nein, auf Reisen geht Arendt-Köberer nicht. Stattdessen spannt sie eine Kordel quer durch den...


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