Kartellamt geht gegen Multis vor

Mineralöl-Konzerne sollen überhöhte Preise verlangt haben

Die Vorwürfe des Bundeskartellamtes wiegen schwer. Die Bonner Behörde bezichtigt die fünf marktbeherrschenden Konzerne, ihren eigenen Tankstellen - Aral, Shell, Total, Esso und Jet - Benzin unterhalb des Beschaffungspreises angeboten zu haben. Während sie so ihren eigenen Marken einen Vorteil verschafften, sollen sie freien Tankstellen überhöhte Preise in Rechnung gestellt haben.



Kartellamts-Chef Andreas Mundt erklärte am Mittwoch, die Freien müssten »zu fairen Bedingungen beliefert« werden. Die freien Tankstellen teilen sich ein Drittel des Marktes und sind auf Lieferungen aus den Raffinerien der Multis angewiesen. Diese nutzen die Abhängigkeit der kleinen Anbieter offenbar aus. Das Kartellamt ermittelt nun »wegen des Verdachts der Behinderung freier Tankstellen«.

Betroffen sind die milliardenschweren Konzerne British Petrol/Aral, ExxonMobil/Esso, ConocoPhilips/Jet, Shell sowie Total. Dass die Behörde so lange gezögert hat, erstaunt. Denn bereits im Mai 2011 hatte eine Untersuchung des Amtes ergeben, dass das Tankstellengeschäft von einem »marktbeherrschenden Oligopol« der fünf Konzern...




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