UN-Kritik am Sparkurs

ILO-Bericht: EU soll Binnennachfrage und Arbeitsmarkt stärken

  • Von Marc Engelhardt, Genf
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Eine UN-Organisation übt scharfe Kritik am Sparkurs der Bundesregierung und warnt vor wachsender Arbeitslosigkeit in Europa, sollte nicht in Wachstum investiert werden.

Nach anderen EU-Ländern, allen voran Frankreich, fordert jetzt auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) von der Bundesregierung Programme zur Ankurbelung von Binnennachfrage und Arbeitsmarkt. »Ein reiner Sparkurs wird die Jobkrise in Europa weiter verschärfen«, warnt ILO-Direktor Raymond Torres. »Er könnte sogar zu einer neuen Rezession in Europa führen.«

In ihrem »Weltarbeitsbericht 2012« mit dem Titel »Bessere Jobs für eine Bessere Wirtschaft«, der heute in Genf veröffentlicht wird, legt die ILO alarmierende Zahlen vor. Demnach ist in 90 Prozent der Staaten, die massive Sparmaßnahmen beschlossen haben, die Arbeitslosigkeit höher als vor Beginn der Wirtschaftskrise 2007. 50 Millionen Jobs seien in den vergangenen Jahren verloren gegangen. In nahezu allen EU-Ländern steigt die Arbeitslosigkeit. Wo sie - wie in Deutschland - sinkt, sei dies fast ausschließlich den Exporten in Länder jenseits der Eurozone zu verdanken, allen...


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