Ab ins Museum und wieder zurück

Der amerikanische Wissenschaftler und Aktivist David Graeber erklärt die Dynamiken der »Occupy«-Bewegung von 2011

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach seinem viel besprochenen theoretischen Buch über »Schulden« legt David Graeber eine Reportage über die bankenkritische Bewegung von 2011 vor.

Es gilt zu recht als Faustregel des Aktivismus, dass eine politische Bewegung genau dann vorüber ist, wenn entweder mit ihr verbundene Artefakte den Weg in ein Museum finden oder Bücher über sie verfasst werden.

Demnach ist die Occupy-Bewegung mausetot: Bereits im Herbst gab es in den Feuilletons viel ästhetisierenden Beifall für David in seinen klammen Zelten. Die Kulturbourgeoisie konnte sich so des Gewissens entledigen, einmal mehr nichts zu tun im Angesicht des Börsen-Goliath, der ungekannte Summen beanspruchte und hernach zum »Sparen« bei den Rentnern mahnte. Und als am 27. April zum Auftakt der 7. Biennale in der Galerie »Kunstwerke« in Berlins hipper Mitte die Zelte im Kunstkontext aufgeschlagen wurden, konnte man nach gewohnten Maßstäben der bankenkritischen Bewegung schon einen schönen Grabstein bestellen.

Erst die Tatsache, dass sich die Bankenkritiker zumindest in den USA bislang nicht an den üblichen Lebenslauf ein...


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