Die Vorzüge bäuerlicher Solidarökonomie

Die ostdeutsche Produktionsgenossenschaft auf dem Lande - eine Innovation, die sich bewährt hat

  • Von Jörg Roesler
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Als im Sommer 1952 gemäß der Aufforderung der 2. Parteikonferenz der SED die ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) entstanden, stellten diese für Deutschland ein Novum dar. In der Zirkulationssphäre hatte diese Organisationsform des freiwilligen Zusammenschlusses zur Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen der Beteiligten bereits eine mehr als hundertjährige Tradition, aber eben nicht in der Produktion. Aus den ersten, in den 1840er Jahren von Raiffeisen gegründeten Hilfsvereinen und Darlehenskassen für »notleidende Bauern«, entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten Bezugs-, Absatz- und Kreditgenossenschaften. Nach 1945 übernahm deren Funktion im Osten die Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG).

Die Aufforderung, massenhaft landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften zu bilden, war verknüpft mit der Verkündung des Aufbaus des Sozialismus in der DDR. Vorbild war die Sowjetunion. Dort hatte Stalin 192...


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