Dann gehen Sparkassen halt pleite

NRW: Piraten-Finanzexperte marktradikaler als FDP

  • Von Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Welch eine Jungfernrede: Keine zwei Minuten hatte der Neu-Abgeordnete Robert Stein gestern als erster Pirat überhaupt im neuen NRW-Landtag gesprochen, da hatte er auch schon eine der drei Säulen des deutschen Bankenwesens in Frage gestellt und die auch in NRW nicht gerade über Gebühr linken Christdemokraten und Liberalen weit rechts überholt.

Formal ging es in der Debatte um die Zukunft der angeschlagenen Landesbank WestLB - und die daraus resultierenden Milliardenrisiken. Pirat Stein nutzte die Gelegenheit für Grundsatzkritik: Nach der Pleite der Bank Lehman Brothers hätte man auch die WestLB »einer geordneten Insolvenz unterziehen« müssen, monierte der Piratenparlamentarier.

Auf den Zwischenruf von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, dass dann alle Sparkassen in NRW pleite gegangen wären, erwiderte Stein in spöttischem Tonfall: »Ja, dann wären die Sparkassen pleite gewesen, ist das so? Ja, dann ist das so. Wir haben eine freie Marktwirtschaft!«

Der Pirat wurde mit Zwischenrufen bedacht: Er sei der »Schrecken der Sparkassen«. Stein sei in seiner Rede zu weit gegangen, sagte der nach dem Piraten redende Sozialdemokrat Martin Börschel: »Sie haben jetzt Verantwortung übernommen hier im Landtag«, tadelte er mild.

Selbst FDP-Fraktionschef Christian Lindner hatte zu...


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