Japan setzt weiter auf Atomstrom

AKW-Gegner scheitern an Stromkonzernen / Erster Reaktor geht Sonntag ans Netz

  • Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der japanische Stromversorger Tepco wird verstaatlicht und erhält damit eine weitere Finanzspritze. Weniger gefreut haben dürfte sich Tepco über den Black Planet Award für die größte Umweltzerstörung im Jahr 2011.

Auch gut ein Jahr nach dem Atomunfall in Fukushima scheinen die alten Kräfteverhältnisse in Japan ziemlich intakt. Trotz des angedrohten Aufstands der Me- tropolen Tokio und Osaka haben sich die neun großen japanischen Stromversorger am Mittwoch auf ganzer Linie durchgesetzt. Bei den Hauptversammlungen wurden alle Aktionärsanträge abgelehnt - auch zum Atomausstieg. Gleichzeitig konnten die Versorger ihre Anträge fast unverändert durchboxen.

Die Aktionäre der Betreiberfirma des havarierten AKWs Fuku- shima Daiichi, Tepco, stimmten offiziell der Verstaatlichung des größten japanischen Stromversorgers zu. Damit ist der Weg frei für eine weitere staatliche Finanzspritze in Höhe von einer Billion Yen (100 Milliarden Euro), die das Unternehmen vor dem Zusammenbruch bewahren soll. Insgesamt hat die Regierung seit der dreifachen Kernschmelze in Fukushima den Stromgiganten mit etwa 3,5 Billionen Yen unterstützt. Der Staat erhält dafür gut ...


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