Aitmatow in Bronze

Spurensuche in Bishkek: Kirgistans berühmtester Schriftsteller, Tschingis Aitmatow

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Aitmatow-Denkmal in Bishkek.

Er hat seine Familie noch zum Zug gebracht. In Scheker, im heimatlichen Ail, würden sie vielleicht sicher sein. Damals, auf dem Bahnsteig, sah Tschingis Aitmatow seinen Vater zum letzten Mal - ein Abschied, der sich ihm für immer einprägte und der später in seinen Werken mehrfach Widerhall fand. Immer wieder beschrieb er in herzzerreißenden Szenen, wie Sohn und Vater getrennt werden, wie kleine Jungen nicht verstehen, was geschieht, Tag für Tag auf ein Wiedersehen hoffen, während die Erwachsenen die Wahrheit längst ahnen - und schweigen.

»Im Jahr 1937 wurde mein Vater, Parteiarbeiter und Hörer am Moskauer Institut der Roten Professur, von den Repressalien betroffen«, konstatierte er 1971 in »Einige Bemerkungen über mich«. Auch wenn später Autobiografisches zur Sprache kam, blieb die Mitteilung lakonisch. Es schmerzte zu sehr, und er wusste lange nicht viel mehr. Erst 1991 wurde bekannt, dass Torekul A...


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