V-Leute-Paradies

Thüringer Nazis - vom Verfassungsschutz gut bezahlt und geschützt

  • René Heilig, Erfurt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages zu den Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU), der in Thüringen seinen Ausgang genommen hatte, lud am Montag ehemalige Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz vor. Als Stargast angekündigt war der einstige Chef des Geheimdienstes Helmut Roewer.

Wie viele V-Leute das Landesamt für Verfassungsschutz in Thüringen wirklich in der rechtsextremistischen Szene geführt hat, konnte auch der einst für die Rekrutierung der Spitzel zuständige Mitarbeiter Norbert Wießner gestern im Untersuchungsausschuss in Erfurt so genau nicht sagen. Bis 1998 tendieren die Schätzungen nach der gestrigen Anhörung in Richtung sechs. Drei davon sind schon vor Jahren aufgeflogen. Dazu gehört Tino Brandt, der als Führer des »Thüringer Heimatschutzes« und als NPD-Funktionär zu den wichtigsten Neonazis in Thüringen gehörte. Wießner ist der Ansicht, dass Brandt bis zu seiner Enttarnung im Jahr 2001 umfassend über die Aktivitäten der rechten Szene in Thüringen informiert hat. Daher habe man an ihm festgehalten, auch als er zu einer Führungsfigur in der rechten Szene und eigentlich unhaltbar geworden war.

Wießner, der wie viele Thüringer Verfassungsschützer vom hessischen Landesamt als »Aufbauhelfer« gekommen ...


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