Der Regenmacher in der Wüste

Ein Algerier betreibt mit unkonventionellen Methoden der Landwirtschaft in der Sahara

  • Von Thomas Nitz
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Landwirtschaft an ausgefallenen Orten: Initiativen in aller Welt machen scheinbar unfruchtbaren Boden für sich und andere nutzbar. In der Wüste wachsen plötzlich Obstbäume zwischen Gemüsebeeten und Getreidefeldern.

Der Algerier Madjid Abdellaziz hat mit der Bepflanzung einer ausgedörrten Brache am Rande der Sahara ein Projekt gegen die Expansion der Wüste gestartet. In fünf Jahren gelang die Begrünung des Feldes. Ein Brunnen und ein kleiner Stausee dienen der Bewässerung, die aufgrund steigender Niederschläge immer seltener notwendig ist.

Was treibt einen bestens ausgebildeten und mit hervorragenden Referenzen ausgestatteten Mann dazu, sein gut gepolstertes Leben in Deutschland gegen eine ungewisse Zukunft in der algerischen Wüste einzutauschen?

Die Geschichte begann 2003 als Algerien und andere Mittelmeeranrainer unter einer extremen Dürre litten. Wohl situiert und aus sicherer Entfernung verfolgten Madjid Abdellaziz und seine Familie die Ereignisse in der Heimat. Abdellaziz hatte in Berlin sein Diplom für Informatik gemacht und als Programmierer und Projektleiter für VW einen sicheren und gut bezahlten Job. Die Bilder und Berichte aus seiner Heimat ließen ihn jedoch nicht zur Ruhe kommen. »Du musst etwas tun«, sagte er sich. Doch an eine Reise dorthin, wo die Dürre ihre schlimmsten Auswirkungen zeigte, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Der algerische Bürgerkrieg lag 2003 in den letzten Zügen. Letztlich war es seine Frau Maya, die den entscheidenden Druck au...


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