Ethische Regeln für Organspenden

Eugen Brysch von der Deutschen Hospiz Stiftung fordert unabhängige Kontrollen

Nach dem Organspende-Skandal in Göttingen besteht nun auch Betrugsverdacht in der Transplantationsmedizin am Universitätsklinikum Regensburg. Ärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery sieht ein Versagen bei den bayerischen Behörden und lehnt eine schärfere Kontrolle der Ärzte ab. Dagegen fordern Patientenschutzorganisationen harte Sanktionen und eine effektivere, unabhängige Kontrolle bei Organspenden. Als Sprecherin schwerstkranker, schwerstpflegebedürftiger und sterbender Menschen versteht sich die Deutsche Hospiz Stiftung. Mit ihrem Vorstand Eugen Brysch sprach Ulrike Henning.

Eugen Brysch

nd: Der Organspende-Skandal von Göttingen hat sich ausgeweitet. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch wegen Betrugsfällen in Regensburg. Können die Vorgänge noch als Einzelfälle abgetan werden?
Brysch: Nein, es kann kaum noch von Einzelfällen gesprochen werden. Wir wissen, dass es in Göttingen in 25 Fällen den Verdacht der Manipulation von Krankendaten im Zusammenhang mit Lebertransplantationen gibt. Das bezieht sich auf die Jahre 2010 und 2011. Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten in früheren Jahren wird noch nachgegangen. Außerdem wissen wir von 23 Verdachtsfällen in Regensburg. Seit der Skandal das erste Mal öffentlich wurde, hat er sich stetig ausgeweitet.

Kann das etablierte, ärztlich organisierte Organspendesystem nicht transparenter gestaltet werden oder halten Sie das für prinzipiell unmöglich?
Das Organspendesystem kann und muss transparenter gestaltet werden. Wir müssen weg von den privaten Institutionen, die sich se...


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