Schwarz-Gelb dominiert

Linke Positionen kommen in den deutschen TV-Nachrichten kaum vor

  • Von Birgit Huonker
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Fast drei Viertel Koalition, ein viertel Opposition. Auf diese Formel lässt sich die Verteilung der Präsenz der im Bundestag vertretenen Parteien in den sechs wichtigsten Nachrichtensendern des deutschen Fernsehens bringen. Vor allem Politiker der Linkspartei kommen bei ARD, ZDF, RTL und Sat.1 so gut wie gar nicht vor. Besonders regierungsdominiert sind die Nachrichtensendungen der beiden Privatkanäle RTL und Sat.1.

Umschalten zwecklos

Punkt 20 Uhr: »Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.« Durchschnittlich neun Millionen Menschen haben im Jahr 2011 täglich um 20 Uhr diesen Satz gehört. Die Hauptnachrichten der ARD gehören zur meistgesehenen Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen.

Am 30. Juli wird über den Personalwechsel der Bundespolizei berichtet. Bundesinnenminister Friedrich habe den Umbau an der Spitze der Bundespolizei verteidigt, so der Moderator. »Die Opposition kritisierte das Vorgehen des CSU-Politikers.« Die Oppositionsmeinungen von Sozialdemokraten und den Grünen erfahren die Zuschauer dann per O-Ton in den Tagesthemen um 22.30 Uhr. Sie erfahren nichts von der Meinung der Linksfraktion, nichts von Steffen Bockhahn, der sich tags zuvor per Pressemeldung zu Wort gemeldet hatte. Nicht anders verlief die Berichterstattung der Tagesschau in derselben 20-Uhr-Hauptausgabe über Pläne, wonach das Emirat Katar Interesse an deutschen Kampf...


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