»Ich stehe nach wie vor dazu«

Die eigentliche Frage war: Wie kann man trotz unterschiedlicher Werteordnungen friedlich miteinander leben?

Unter der Kanzlerschaft von Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt war Dr. Erhard Eppler Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Von 1973 bis 1992 leitete er die Grundwertekommission der SPD. Mit Erhard Eppler sprach Karlen Vesper.

Heute ist die Mauer ein Kunstwerk und eine Touristenattraktion - die East Side Gallery in Berlin

nd: Herr Eppler, noch heute wird Ihnen vorgeworfen, mit dem Dialog-Papier sei die SPD der SED »auf den Leim gegangen«, die Sozialdemokraten hätten sich als »nützliche Idioten« erwiesen, Ihre Partei habe Schaden genommen. Warum müssen Sie sich für ein historisches Dokument noch immer rechtfertigen? Und warum tun Sie das?
Eppler: Weil ich mich immer noch dafür verantwortlich fühle, wie unsere damaligen Gespräche in der deutschen Öffentlichkeit bewertet werden. Und dafür, dass die primitiven Anwürfe, die meistens von Leuten kommen, die das Papier nie gelesen haben, nicht unbeantwortet bleiben. Ich stehe nach wie vor zu dem Papier.

Dass sich Deutsche aus Ost und West an einen Tisch gesetzt und auch mal ideologische Fragen diskutiert haben, statt sich - wie viel zu oft geschehen - gegenseitig zu denunzieren und zu beschimpfen, war doch eine gute Sache. Wer wollte dagegen etwas sagen?
Ich habe es als eine Chance gesehen. Und dass die deuts...


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