Nächster Tanz!

»Pussy Riot« und die Welt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Es muss im Falle der russischen Punkband »Pussy Riot« doch niemand darauf aufmerksam machen, wie sehr er über den Dingen steht. Also, da sei ein Geplärr in einer Kirche gewesen, das nur Geplärr in den Kirchen des Medialen nach sich gezogen hätte: Drei Punks hätten schrill an ungebührlichem Orte getönt, und nun töne im Westen schrill die Freiheitsglocke. Und überhaupt möge man vorsichtig sein mit Urteilen über Zustände woanders.

Nein, solch Reden gleicht dem klebrigen, schon immer geschmacklosen Kaubonbon altbekannter Ostblock-Rhetorik: eine kritische Meinung hinüber in ein politisch anders gepoltes Regime sei »Einmischung in innere Angelegenheiten«. Nein, dann als Kaubonbon wirklich lieber: »Maoam«. Man muss es manchmal laut sagen: Gut, dass der Westen bunt schmeckt.

Aus Russlands unermesslichen Weiten wird gern spöttisch der politische Schluss gezogen, das Land sei unregierbar - was dem Rigiden, dem Monarchistischen, dem erzieh...


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