Ein Brandsatz

Kommentar von Tom Strohschneider

Selten hat ein Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen so viel Empörung hervorgerufen. Nun hat die Zeitung den Text in der Onlineversion entschärft. Doch das macht die Sache kaum besser: Anmerkungen zu einem publizistischen Ausfall.

In der Samstagsausgabe der "Frankfurter Allgemeinen" hat sich Jasper von Altenbockum, der verantwortliche Redakteur für die Innenpolitik, das Thema Lichtenhagen vorgenommen. Er lässt am brennenden Exempel den „Multikulturalismus" scheitern, watscht die linken Kritiker staatlichen Rassismus' ab und sperrt sie mit den Rechtspopulisten von heute in einen Gesinnungskäfig. Altenbockum nennt es in seinem Text „perfide", darauf hinzuweisen, dass sich Parteien und Staat 1992 vom Feuer des in Brand gesetzten Sonnenblumenhauses in Rostock die letzten Meter auf dem Weg zur de facto Abschaffung des Asylrechts beleuchten ließen. Und er spricht von einer „Übertreibung", wenn kritisiert wird, Politiker und Sicherheitsbehörden hätten im Kampf gegen Rechts versagt.

So viel, so schlecht. Dann erklärt Altenbockum, und hierin liegt der eig...


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