Krach in Camerons Koalition

Vize-Premier Clegg fordert Abgabe für Besserverdiener / Schlechte Noten der Bürger für die britische Regierung

  • Ian King, London
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Liberalenchef Nick Clegg verlangt in der britischen Wirtschaftskrise eine Solidaritätsabgabe von Reichen und Superreichen, Tory-Finanzminister George Osborne lehnt ab, Labour bleibt lachender Dritter: Anzeichen des Koalitionszerfalls oder inszenierter Streit für die Saure-Gurken-Zeit?

Im linksliberalen »Guardian« verlangte David Camerons Stellvertreter Clegg mehr Fairness. Wenn das Land jahrelang den Gürtel enger schnallen müsse, seien die Reichen dran, beim Opfern einen größeren Beitrag zu leisten: Eine Wohlstandsabgabe müsse her, sonst seien die Sozialkürzungen bald unerträglich. Osborne reagierte gereizt: Die »Wohlstandsschöpfer« würden den Aufschwung in Großbritannien schaffen, man dürfe sie nicht vertreiben. Der prominente konservative Abgeordnete Bernard Jenkin setzte noch eins drauf: Viele Hedgefonds seien aus Angst vor dem britischen Fiskus längst im Ausland; Gänse, die angeblich goldene Eier legten, dürften nicht erdrosselt werden.

Naht das Ende der Koalition? Trotz aller Liebesbeteuerungen von Clegg und Premier Cameron im Mai 2010, trotz gemeinsamem Machtwillen blieben sich beide Regierungsparteien innerlich fremd. Die Liberalen mussten Kröten schlucken: Verdreifachung der Studiengebühren, soziale Kürz...


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