Anti-Castor-Kurs pünktlich zur Wahl

Niedersachsens Umweltminister will Atommüll nicht mehr im eigenen Land

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In unübersehbarer Nähe zur Landtagswahl im Januar 2013 hat sich Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP) gegen weitere Castor-Transporte ins atomare Zwischenlager Gorleben ausgesprochen. Opposition und Umweltschützer sehen in dieser Forderung nichts als Wahlkampfgetöse.

Bei Menschen, die der Atomkraft kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, mag Stefan Birkners gestern veröffentlichtes Interview mit der Zeitung »Financial Times Deutschland« womöglich den Eindruck hinterlassen: Ein Repräsentant der atomfreundlichen schwarz-gelben Regierungskoalition hat Kreide gegessen! Denn der Minister will künftig keine Castor-Behälter nach Niedersachsen rollen sehen. Das Land habe den gesamten deutschen Atommüll aus ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen eingelagert - jetzt seien andere Bundesländer dran.

Kein anderes Zwischenlager

Immerhin warten im französischen La Hague fünf, im britischen Sellafield 21 Castoren auf ihren Transport nach Gorleben. Nach Birkners Vorstellungen, so geht aus dem Interview hervor, könnte die heiße Fracht aber auch nach Süddeutschland oder Schleswig-Holstein gekarrt werden. Wo genau er sich eine Zwischenlagerung vorstellt, sagte der Minister nicht. Bekannt ist, dass andere Bund...


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