Wahlkampf mit Gott

Barack Obama nach Parteitag der US-Demokraten in Umfragen vorn

  • Max Böhnel, New York
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Parteitag der Demokraten hat Barack Obamas Wiederwahlchancen verbessert: Umfragen vom Wochenende zufolge hat der USA-Präsident trotz schlechter Arbeitsmarktdaten nun einen Vorsprung von vier Prozent vor Mitt Romney. Der Republikaner liegt einzig im Bereich Religion vorn, weil er laut »Gallup« als ein »Mann des Glaubens« gilt.

Barack Obama ist Protestant, sein Herausforderer Mitt Romney Mormone, und ihre Stellvertreter Joe Biden bzw. Paul Ryan sind Katholiken. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit in »Gods own country« wird in die Kameras gebetet und »God bless America« gerufen. Aber die religiösen Bekenntnisse der Kandidaten spielen in der direkten Auseinandersetzung kaum eine Rolle. Im Vordergrund steht die Wirtschaftskrise. Bei Wahlkampfveranstaltungen verweisen die Kandidaten auf ihre eigene Religionszugehörigkeit nur indirekt, auf die der Gegner gehen sie nicht ein. Selbst auf den Partei-Conventions ging es da verhalten zu.

Das ist erstaunlich. Denn noch vor ein paar Monaten attestierten die Medien Mitt Romney ein »Mormonenproblem«. Die amerikanische Öffentlichkeit könne sich einen Angehörigen dieser Religionsgemeinschaft als Präsident nicht vorstellen. Meinungsumfragen sagen das Gegenteil aus. Das Washingtoner »Pew Center« ermittelte, dass die reli...


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