Rebellion der unsichtbaren Sklaven

Migrantische Landarbeiter in Italien beginnen mit Streiks für ihre Rechte zu Kämpfen

  • Von Anna Maldini
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Sie werden wie Skaven behandelt. Doch nun fangen Italiens migrantische Landarbeiter an, sich zu wehren.

In Italien arbeiten etwa 100 000 Landarbeiter, die fast wie Sklaven gehalten werden. Oft sind sie illegal im Land und damit »unsichtbar«. Das nutzen skrupellose Unternehmer aus, um ihnen einen Hungerlohn zu zahlen und sie menschenunwürdig zu behandeln. Doch immer häufiger rebellieren diese »neuen Sklaven«.

»Ab heute arbeiten die Marokkaner nicht mehr hier!« Vor einigen Tagen konnte man diesen handgeschriebenen Zettel am Tor eines Landwirtschaftsbetriebes in Castelnuovo Scrivia im norditalienischen Piemont lesen. »Die Marokkaner« sind 40 Menschen - darunter 10 Frauen - die in einem der größten Betriebe der Gegend gearbeitet haben. Ihr Stundenlohn lag anfänglich bei fünf Euro und wurde dann willkürlich auf vier Euro gedrückt. Neun Euro pro Stunde ist der von den Gewerkschaften ausgehandelte Mindestlohn. Die Arbeitszeiten: Etwa 300 Stunden pro Monat, jeden Tag von 6 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang mit einer kurzen Mittagspause. Ar...


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