Ganz nah dran

Ein neuer V-Mann-Vorwurf im Umfeld des NSU bringt Geheimdienste in Verlegenheit

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Thüringer Neonazi Ralf Wohlleben, einer der engsten Vertrauten der NSU-Terroristen, soll einem Medienbericht zufolge V-Mann gewesen sein. Innenminister Friedrich (CSU) äußert sich vage. Das befeuert erneut die Debatte über den Umgang der Behörden mit Nazis.

Inzwischen hält man ja im Falle NSU aus unguter Erfahrung alles für vorstellbar. Auch diese Geschichte: Womöglich ist ein weiterer enger Vertrauter des NSU-Mordtrios als V-Mann bei einer Sicherheitsbehörde geführt worden. Der »Spiegel« überraschte damit gestern die Öffentlichkeit. Seiner Darstellung zufolge kam einem Bundesanwalt, der früher im Bundesinnenministerium gearbeitet hat, angesichts der Ermittlungen zur Nazi-Mordserie eine Erinnerung. Wohlleben - war da nicht was?

Gemeint ist Ralf Wohlleben, ein Thüringer Naziaktivist, der eine Zeit lang zu den Helfern der abgetauchten Serienmörder Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe gehörte. Der Beamte, der vor etlichen Jahren am ersten, dann gescheiterten NPD-Verbotsverfahren mitgearbeitet hat, erinnert sich in Zusammenhang mit V-Leuten an den Namen Wohlleben.

Als kürzlich bekannt wurde, dass der Neonazi Thomas S. aus dem NSU-Umfeld viele Jahre lang ein Doppelleben als V-...


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