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Akten verschwunden, vernichtet, geklaut

FPR-Untersuchungsausschuß hofft jetzt auf die Archive der westlichen Alliierten

(dpa). Die Freiwillige Polizei-Reserve (FPR) ist bereits 1985 durchleuchtet worden. Bei jedem zehnten der damals rund 3 000 „Hobby-Polizisten“ seien Hinweise auf Straftaten entdeckt worden, bestätigte der stellvertretende FPR-Leiter Michael Thürnagel am Dienstag im Untersuchungsausschuß des Abgeordnetenhauses. Allerdings seien daraufhin nur etwa ein Dutzend Mitglieder aus der Truppe ausgeschieden. Anlaß der Untersuchung von 1985 war das damalige FPR-Mitglied Michael Abbas-Jacoub. Er hatte den Ermittlungen zufolge die rechtsextreme Szene in Berlin mit Waffen versorgt. Nach offiziellen Angaben erschoß er sich bei der Erstürmung seiner Wohnung durch die reguläre Polizei, als er festgenommen werden sollte.

Trotz des Falles Abbas-Jacoub und der anschließenden Untersuchung der FPR wurden Anfang 1993 erneut fünf FPR-

Mitglieder entdeckt, die einen schwunghaften Waffenhandel mit Rechtsextremisten betrieben haben sollen.

Die Akten über die Untersuchung von 1985 sind allerdings verschwunden. „Ich finde so gut wie nichts darüber“, so Thürnagel. „Das setzt mich ganz erheblich ins Staunen.“

Das Gremium will nun versuchen, über Archive der Alliierten Licht ins dunkel zu bringen. Wer die Polizeiakten vernichtet hat und warum, ist unklar. Auch der mysteriöse Diebstahl von weiteren Akten aus Räumen der FPR vor wenigen Wochen ist noch nicht aufgeklärt.

Bei der jüngsten polizeiinternen Untersuchung waren bei 515 von rund 2 000 „Hobby-Polizisten“ Hinweise auf Straftaten festgestellt worden. Daraufhin wurden mehrere Dutzend Reservisten entlassen oder gingen freiwillig.

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