»Lucky« am Ende riesig

39. Biathlon-Weltmeisterschaften in Oberhof mit erneut 25000 jubelnden Fans / Grandioses WM-Abschiedsrennen von Frank Luck

Freitag, der 13. - ein Glücks- und Goldtag für Frank Luck! Der Oberhofer Grenzadler bebte, als er - schon jetzt die deutsche Biathlon-Legende - als Startläufer der Staffel aufgerufen wurde. Auf diesen Augenblick hatte der 36-jährige Oberhofer so sehnsüchtig gewartet. Es war der erster Einsatz des zehnfachen Weltmeisters bei dieser WM vor der Haustür, der erste Einsatz bei seiner bereits 14. Weltmeisterschaft(!) Vor allem aber: Es war sein unwiderruflich letzter. Ein Abschied vor 25000 jubelnden Fans! »Ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ich zu meinem WM-Abschiedsrennen in Oberhof kommen würde. Meine Formkurve ging zuletzt beständig nach oben«, meinte der »Schweiger aus Springstille«, einem kleinen Nachbarort von Steinbach-Hallenberg, keine 30 km vom Grenzadler entfernt. Für »Lucky« schloss sich in Oberhof der Kreis. Hier hatte er vor 23 Jahren beim ASK Vorwärts Oberhof mit dem Biathlonsport begonnen, als er vom Langlauf wechselte. 20 WM-Medaillen und fünf olympische Medaillen (darunter zwei Goldene) gewann er seit 1989, als er im österreichischen Feistritz gleich Doppel-Weltmeister im Sprint und Staffelrennen wurde. Damals führte er als Startläufer die Staffel an - genauso wie 25 Jahre später bei seinem Abschiedslauf. Bundestrainer Frank Ullrich - als Aktiver in Oberhof an vier der zehn deutschen WM-Staffeltitel beteiligt und hinter Luck mit insgesamt neun WM-Siegen zweitbester deutscher Biathlet aller Zeiten - hatte Luck mitgeteilt, dass er im Staffellauf eingesetzt wird. Damit brach der Bundestrainer mit seinem Grundsatz: Ohne Einzel- kein Staffelstart. Von einem »Abschiedsgeschenk« wollte Ullrich dennoch nicht reden: »Frank ist gut drauf, das hat er im Training bewiesen. Er ist mit seiner Erfahrung ein wichtiger Mann fürs Team. Allerdings sollte er nicht, wie seit Jahr und Tag gewohnt, ganz am Schluss laufen. Das hätte seinen nervlichen Druck nur noch zusätzlich erhöht.« Luck, der in dieser WM-Saison durch Krankheits- und Trainingsausfall lange Zeit seiner Form hinterherlief, meinte nach der Start-Botschaft: »Ich denke, dass ich der Mannschaft helfen kann.« Luck, der von Ehefrau und beiden Töchtern (13 und 8 Jahre alt) getrennt und seit geraumer Zeit mit seiner neuen Partnerin, der Snowboard-Weltmeisterin Sandra Farmand, zusammenlebt, strebt nach dem Ende seiner Laufbahn eine Trainer-Karriere an. »Erste Vorgespräche hat es schon gegeben. Die Details werden im Frühjahr endgültig geklärt. Ich könnte mir vorstellen, in der Schießausbildung tätig zu sein. Da gibt es noch viel zu verbessern.« Vorher wird er noch - wenn alles gut geht - beim Weltcup-Finale Mitte März am Holmenkollen laufen. Zum allerletzten Mal. Und anschließend mal ga...

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