Bunker in Biesenthal zu besichtigen

Objekt sollte im Ernstfall Führungsstelle der Staatssicherheit sein

Letztmalig in diesem Jahr werden am 6. und 7. Oktober die schweren Betonplatten am einstigen Bunker des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beiseite geschoben. Die unterirdische MfS-Zentrale mit der Tarnbezeichnung »Objekt 5005« in der Gemarkung von Biesenthal (Landkreis Barnim) wird jeweils zwischen 9 und 16 Uhr für Besucher geöffnet sein.

Der zwei Etagen umfassende, 15 Meter tief in den märkischen Sand eingebuddelte und bislang relativ gut erhaltene Bunker war im Gefolge des Kalten Krieges errichtet worden. Er sollte im Ernstfall dem Minister für Staatssicherheit, seinem Stab und etwa 160 Dienstkräften als Führungsstelle dienen. Das Objekt galt im Verteidigungsfall für etwa ein Dutzend Tage als autonom lebensfähig. Fachleute hielten es für das modernste Objekt seiner Art in der DDR. Es wurde aber nie fertig und damit auch nicht offiziell eingeweiht. Deutschlandweit gab es insgesamt 300 solcher und ähnlicher, zur Kriegsführung aus der Unterwelt bestimmte Bunker, 30 davon im Land Brandenburg.

Vor dem Gang durch die Anlagen erhält jede Besuchergruppe eine 25-minütige Einführung in die Geschichte und in die technischen Details. Im Bunker liegen die Temperaturen dauerhaft bei etwa acht Grad Celsius. So wird empfohlen, sich entsprechend anzuziehen sowie festes Schuhwerk zu tragen. Sämtliche Segmente sind beleuchtet. Ein kleiner Imbiss wird am Zugang angeboten.

Am günstigsten ist die Anfahrt ab Biesenthal über die Ruhlsdorfer Straße in Richtung Sophienstädt/Ruhlsdorf. Kurz vor der Überführung der Autobahn 11 links abbiegen (ausgeschildert). www.ddr-bunker.de

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