So war das nicht! Doch!

Nach dem TV-Film »Der Turm«: Diskussionen darüber, was die DDR war, kommen an kein Ende

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Reaktionen auf den Film »Der Turm«, vergangene Woche in der ARD, verdeutlichen, was auch die allgemeine Diskussion um Uwe Tellkamps Roman zeigte: Der Streit über das, was die DDR war, kommt an kein Ende. Verständlich: Jeder wirft in die Diskussion, was er erlebte. So grau war das alles nicht! So menschenverachtend ging es nicht zu bei der NVA! DDR, das war mehr als nur Stasi! Und Tellkamps Helden aus Dresdens Bürgertum - doch nur ein schmaler Ausschnitt Wirklichkeit!

Ist nicht jedes Kunstwerk bloßer Ausschnitt? Spiegelte »Anna Karenina«, sozialhierarchisch sehr weit oben angesiedelt, das gesamte Russland? Wird Thomas Mann erst wahrhaftig, wenn man parallel dazu Romane aus dem Proletarischen liest? Nun kann man sehr berechtigt einwenden, dass eine Fernsehdramatik der letzten Jahre in total klischierter Schwarzsicht und in geistesarmer Thrillerkonzeption ein arg gespenstisches DDR-Bild entwarf, und allemal hat das Leitmedium Fernsehe...


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