Alles auf Anfang

Stephan Thome: »Fliehkräfte«

  • Von Alice Werner
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Soll er oder soll er nicht, das ist in diesem Roman die (gute) Frage. Der Mann, der sich auf fast 500 Seiten stellvertretend für wohl jeden zweiten Leser an der Grundsatzentscheidung »Soll ich mein Leben ändern oder weitermachen wie bisher?« abarbeitet, heißt Hartmut Hainbach, ist Ende 50 und Philosophieprofessor in Bonn. Ein nicht besonders sympathischer Typ, Sozialaufsteiger, jetzt Bildungsbürger, mittelmäßiger Ehemann, wenig empathischer Vater, desillusioniert, was die akademische Welt, vielleicht auch die Welt als Ganzes, auf jeden Fall sein Familienleben angeht. Kurz: ein Mann in der Krise.

Was macht Mann, wenn er nicht mehr weiter weiß? Männer wie Hainbach, Philosoph hin oder her, greifen auf die bewährte Taktik A zurück: demonstrativ leiden. Das bekommt zu Beginn des Romans vor allem Hainbachs Ehefrau Maria zu spüren, die mit ihrem emanzipatorischen Umzug nach Berlin zwecks Wiedereingliederung in die arbeitende Bevölkerung n...


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