Der Vater des »Leoparden«

JOCHEN TREBESCH über Giuseppe di Lampedusa

  • Von Gerhard Feldbauer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Im Jahre 1962 erregte ein Film von Luchino Visconti in Italien außergewöhnliche Aufmerksamkeit. Der bereits berühmte Regisseur, zuletzt »Rocco und seine Brüder«, verfilmte den 1958 von Feltrinelli veröffentlichten Roman Giuseppe Tomasi di Lampedusas »Der Leopard« mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon. Visconti gestaltete ein farbiges geschichtsträchtiges Gemälde über die Herstellung der Einheit Italiens. Erbitterte Kämpfe zwischen Garibaldis Rothemden und den Königstruppen, darunter die Erschießung von Aufständischen, kontrastierten mit rauschenden Ballszenen.

Lampedusa schilderte in der Gestalt seines Urgroßvaters, Fabrizio Corbera, Fürst von Salina, die politische Niederlage des sizilianischen Hochadels in der bürgerlichen Revolution. Garibaldi landet 1860 auf Sizilien, besiegt die Armee der Bourbonen und befreit Süditalien. Der Fürst versteht nicht, wie sein Neffe, Don Tangredi, als Offizier in der Kavallerie des...


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