Deflation oder Inflation?

Die Parteien liefern sich einen Kampf im geldpolitischen Elfenbeinturm

  • Felix Lill, Tokio
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Japans Wahlkampf hat Dimensionen erreicht, die kaum noch ein Wähler verstehen dürfte. Am drängendsten sind wirtschaftspolitische Fragen.

»Oberste Priorität hat das Problem der Deflation.« Shinzo Abe, Führer der oppositionellen konservativen Liberaldemokratischen Partei (LDP), die am Sonntag höchstwahrscheinlich die Parlamentswahl gewinnen wird, sieht darin den entscheidenden Ansatz zur Krisenbekämpfung in Japan. Schließlich lahmt die Wirtschaft schon lange, das Land hat rund zwei Jahrzehnte der Deflation hinter sich und obendrein liegt die Staatsschuld bei etwa 235 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das ist weit mehr, als Griechenland aufzuweisen hat.

Ausgebildeten Volkswirten leuchtet die Logik ein. Sinkende Preise, die eine Deflation definieren, hemmen den Konsum und die Investitionstätigkeit, wenn Menschen und Unternehmen für die Zukunft einen weiteren Preisverfall erwarten. Warum jetzt kaufen, wenn es später noch billiger wird? Zudem ist eine deflationäre Situation gleichbedeutend mit einem Wertgewinn des gesparten Geldes. Wer dagegen viele Schulden hat...


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