Die Kritik setzt sich nicht durch

Aber in einigen europäischen Ländern sorgt »Tim im Kongo« immerhin für öffentlichen Streit

  • Ralf Hutter, Kay Wagner und Andrea Klingsieck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Schweden

Ende September 2012 erzeugte das landesweit bekannte Stockholmer Kulturhaus (»Kulturhuset«) beträchtliche Aufregung mit der Entfernung der Reihe »Tim und Struppi« aus seiner Kinder- und Jugendbibliothek. Behrang Miri, der neue künstlerische Leiter dieser Abteilung, argumentierte: Literatur, die zu anderen Zeiten als unanstößig galt, nach unserem jetzigen Empfinden aber rassistische Werte und Bilder beinhaltet, habe nichts in Bibliotheken für Kinder und Jugendliche verloren. Er plädierte grundsätzlich dafür, Literatur auf Vorurteile und rassistische Schablonen zu untersuchen und gegebenenfalls auszusortieren.

Doch angesichts des massenmedialen Protestes revidierten Miri und das Kulturhuset ihre Entscheidung und nannten die Entfernung der Comics »voreilig«. Auch Kollegen hatten sich sehr kritisch geäußert. Grundsätzlich lautete der Vorwurf: »Zensur«. In Schweden wird die Meinungsfreiheit viel weiter ausgelegt als ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.