Im doppelten Kessel

Tausende Gegendemonstranten lassen Nazis in Dresden keine Chance

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im vierten Jahr in Folge sind die Nazis in Dresden mit ihrem Versuch abgeblitzt, das Gedenken an die Zerstörung der Stadt vor 68 Jahren zu vereinnahmen. Tausende Gegendemonstranten hielten sie bis spät in den Abend an mehreren Plätzen der Stadt in Schach.

Holger Apfel wartete vergebens. Der Chef der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag stand mit einem Häuflein Getreuer inmitten eines Polizeikessels in der Nähe der Dresdner Altstadt. Er wartete auf sein Fußvolk: einige hundert Rechtsextreme, die wie jedes Jahr seit Ende der 90er einen angeblichen Trauermarsch für die Opfer der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 abhalten wollten. Doch die Kameraden kamen nicht.

Dafür verantwortlich waren Tausende Gegendemonstranten, die sie in zwei Kesseln über Stunden hinweg festgesetzt hatten. Sie sorgten dafür, dass sich ein größerer Trupp, der hinter dem Hauptbahnhof gesammelt worden war, gar nicht erst in Bewegung setzen konnte. Und sie blockierten einen zweite Gruppe von rund 400 Rechten, die zwar von einem zweiten Bahnhof aus in die Stadt abmarschiert waren, sich aber am Rand des Großen Gartens von über 1500 Menschen eingeschlossen fanden. Auch weitere große Kreuzungen auf der möglichen Rou...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.