Wilhelm Piecks Stadt verweigert Geld

Guben möchte sich mit fragwürdigen Argumenten drücken, das Denkmal des DDR-Präsidenten zu sanieren

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

110 000 Euro würde die dringend nötige Sanierung des Wilhelm-Pieck-Denkmals in Guben kosten. Billiger bekommt es die Stadt nicht, die mit zwei Millionen Euro verschuldet ist. Jetzt wird wieder einmal überlegt, ob man das Monument nicht besser abreißen sollte. Dabei steht es in der Geburtsstadt des DDR-Präsidenten.

»Das Denkmal bedarf einer Sanierung, ganz klar«, sagt Norbert Podewin. Der Berliner Historiker hat sich das Wilhelm-Pieck-Monument in Guben neulich angesehen. Er war nicht zufällig in der Stadt. Manfred Augustyniak hatte ihn hergebeten. Der Sozialist Augustyniak bemüht sich um die Rettung des Denkmals. Deshalb lud er zu einer Versammlung. Dort hat Podewin gesprochen. Der Historiker lernte Pieck persönlich nicht kennen. Aber er beriet einst Friedrich Ebert junior - einen SPD-Politiker der Weimarer Republik, der von 1948 bis 1967 Ostberliner Oberbürgermeister war. Podewin weiß, dass der Oberbürgermeister den DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck geachtet hat.

Mit seiner hohen Meinung von Wilhelm Pieck steht Friedrich Ebert junior nicht allein da. Generationen von DDR-Schulkindern wurde im Unterricht beigebracht, der erste Präsident ihres Staates sei ein bescheidener und beliebter Mann gewesen, der seinen Präsidentenschreibtisch selbst r...


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