Fernsehen als Beruhigungsmittel

Die Künstlerin Ren Saibara hinterfragt das japanische Vertrauen in Atomenergie

  • Von Christin Odoj
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Am 11. März 2011 schmolz das Vertrauen dahin. Eigentlich war es bereits seit Jahrzehnten porös, veraltet und schlecht gewartet. Aber der Glaube, Atomenergie wäre der sicherste und sauberste Antrieb einer ewig wachsenden Wirtschaft, war so groß, dass kaum jemand an ihr zweifelte. Nur wenige hatten es gewagt, doch sie wurden vom konstruierten Schweigen geschluckt. Atomenergie in Japan, das hatte man den Menschen beigebracht, bedeutet Fortschritt, Wohlstand, Wachstum, Unabhängigkeit. Nicht Notabschaltung, Kernschmelze, Strahlung.

Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi blickt die japanische Performance-Künstlerin Ren Saibara im Theaterforum Vierte Welt am Kottbusser Tor ernüchtert auf ihr Land zurück, in dem sie selbst mit einem Urvertrauen gegenüber der Atomkraft aufgewachsen ist. Jetzt hockt sie Schutz suchend in einem kleinen weißen Holzkasten, hinter ihr flackern die Wörter »Cäsium 137«, »Super-GAU«, »11. ...


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