Zwischen Banktürmen und Nobelboutiquen

Mit dem IvI könnte einer der letzten alternativen Orte im glänzenden Frankfurter Zentrum verschwinden

  • Von Sonja Erkens, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Seit einem knappen Jahrzehnt ist ein ehemaliges Uni-Gebäude in Frankfurt am Main besetzt. Es nennt sich ironisch »Institut für vergleichende Irrelevanz«. Das alternative Zentrum sollte bald geräumt werden. Noch währt allerdings die Auseinandersetzung vor Gericht.

»Wir schreiben das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Das ganze Frankfurter Stadtzentrum ist geprägt von Bankentürmen, Einkaufszentren und horrenden Mietpreisen. Das ganze Stadtzentrum? Nein, einige linke StudentInnen behalten ein ehemaliges Institutsgebäude am Uni-Campus Bockenheim besetzt und nutzen es seit mehr als neun Jahren als soziales und kulturelles Experimentierfeld...«

Der Anblick des vergilbten Klinkerbaus an der Grenze zwischen den schicken Frankfurter Stadtteilen Westend und Bockenheim kann diese scherzhafte Assoziation mit dem Prolog des Comics »Asterix und Obelix« durchaus wecken: Inmitten der größtenteils aufwändig sanierten Häuser am Kettenhofweg wirkt das transparentbehangene Gebäude wie eine Trutzburg gegen Sachzwang- und Verwertungslogik - oder, aus anderer Perspektive, wie ein unliebsames Störelement inmitten zweier der preislich gehobensten Viertel Frankfurts.

Vor Kurzem ist der Streit zwischen ...


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