Der Wunsch, zu wirken

Zum 100. Geburtstag von Stefan Heym

  • Von Carsten Gansel
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Als Stefan Heyms autobiografischer »Nachruf« 1990 im Buchverlag der Morgen erschien, löste er in der noch bestehenden DDR ein vielstimmiges Echo aus. Dies lag nicht nur daran, dass Stefan Heym ein Autor von internationalem Rang war, sondern er zu jenen gehörte, die frühzeitig Reformen in der DDR und die Mitarbeit der Bürger einforderten. Auf dem IV. Schriftstellerkongress 1956 widersprach Stefan Heym öffentlich Walter Ulbricht und geriet in einen Disput mit ihm. Über 30 Jahre später, am 4. November 1989, sprach Stefan Heym auf der größten Protestkundgebung während der Wende in der DDR. »Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen nach all den Jahren der Stagnation«, so Heym damals.

Stefan Heym, der als »Nestor« der Demokratiebewegung galt, nahm man die Kritik an den erstarrten Verhältnissen ab, weil er mit seiner Person für aufrechten Gang, für Zivilcourage, Mitmenschlichkeit und Mut stand. Dabei wollte er nie ein Held oder...


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