Rüstungsausgaben verschärfen Eurokrise

Neue Studie zeigt, dass teure Waffenanschaffungen die Staatsschulden in der Eurozone in die Höhe treiben

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die EU-Krisenländer sollen ihre Schulden in den Griff bekommen und kräftig sparen. An den Militärausgaben soll das nach dem Willen der Gläubigerländer aber nichts ändern.

Waffen sind unnütz und teuer. Das gilt erst recht in Friedenszeiten. Trotzdem betrugen die Militärausgaben der EU-Staaten im Krisenjahr 2010 rund 194 Milliarden Euro. Das ist ungefähr soviel wie das jährliche Staatsdefizit von Griechenland, Italien und Spanien zusammen, wie eine neue Studie der Kampagne gegen Waffenhandel herausstellt. Staatliche Rüstungskäufe trugen also nicht unwesentlich zum Entstehen der Staatsschuldenkrise bei.

Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die weltweiten Militärausgaben in den 1990er Jahren zunächst um ein Drittel eingebrochen. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York stiegen sie aber von 2002 bis 2011 wieder um 43 Prozent auf geschätzte 1,738 Billionen Dollar pro Jahr an. Die USA sind zwar mit einem Budget von umgerechnet 392 Milliarden Euro der größte Waffenkäufer, gleich dahinter folgen aber die Staaten der Europäischen Union. Die jährlichen Ausgaben machen in der EU ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.